Schule der Gesellschaft. Wissensordnungen von Zürcher Unterrichtspraktiken zwischen 1771 und 1834.

Andrea De Vincenti

Die grossen gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen von 1798 Schule der Gesellschaft und 1831 befeuerten Ambitionen auf radikale Reformulierungen der Bildungsprogramme. Zwischen solchen als neue Normen fixierten Ansprüchen und lokalen Praktiken bestanden jedoch Diskrepanzen. Obrigkeitliche oder fachdiskursive Normsetzungen trafen auf lokale sowie regionale Bedürfnisse und Vorstellungen von Schule. In zirkulierenden Aneignungen vermischten sich vor Ort tradiertes und rezipiertes Wissen und es entstanden je eigene Ausprägungen schulischer Praktiken.
Anhand eines reichhaltigen Quellenkorpus, das in der Hauptsache aus Antworten auf Schulumfragen aus den Jahren 1771 und 1799 sowie aus Berichterstattungen von Schulbehörden für das Jahr 1834 besteht, werden mehrere hundert Zürcher Schulen vergleichend in den Blick genommen. Die Autorin zeichnet ein differenziertes Bild schulischer Praktiken am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert.
Im Ergebnis weist die Studie über das Lokale hinaus regional ähnliche Unterrichtspraktiken nach und zeigt die dahinterstehenden gesellschaftlichen Wissensordnungen auf. Schule zu untersuchen bedeutet daher auch, die Gesellschaft zu untersuchen.

 

Alexandre Fontaine reçoit le Prix Louis Cros pour sa thèse

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L’Académie des sciences morales et politiques (Institut de France) vient de décerner le Prix Louis Cros 2015 à la thèse d’Alexandre Fontaine intitulée „Aux heures suisses de l’école républicaine“ et parue chez Demopolis Paris en mars 2015.

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Orte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Kanton Zürich

Von Andreas Hoffmann-Ocon

Impulsgeber dieses Buches ist die einmalige Zusammenführung verschiedener Lehramtsstudiengänge von der Kindergartenstufe bis zur Sekundarstufe II in Zürich an einem Ort. Wo und wie Lehrpersonen gut und professionell auszubilden seien, sind aktuelle Fragen, die seit dem Beginn der Lehrerinnen- und Lehrerbildung unter staatlicher Aufsicht immer wieder unterschiedlich beantwortet werden. So geraten Neugründungen, Umformungen, Anpassungen, aber auch entworfene und nicht realisierte Ausbildungsstätten sowie -konzeptionen für Lehrpersonen ins Blickfeld, in denen früh Entwicklungen angestossen wurden, die heute in der Reformdebatte um Lehrerbildung als modern gelten. Diese Suche nach der angemessenen Verortung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung erzeugte inhaltliche Spannungsfelder und konkrete Anschluss- fragen, die in diesem Buch – auch mit Bezügen zur Entwicklung in den anderen Kantonen – für eine bildungsgeschichtlich und am Schulfeld interessierte Öffentlichkeit aufgegriffen werden.